Schweden – Heimat von Elchen

Schweden – Heimat von Elchen, typisch roten Holzhäusern und faszinierenden Polarlichtern, gehört zu den spannendsten Destinationen Nordeuropas. Vor allem in Norrbottens län, der nördlichsten Provinz des Landes, werden Lebensfreude, Ruhe und Abenteuerlust großgeschrieben – herausragende Merkmale, die mich dazu bewogen, die Küstenstadt Piteå, die „Perle der schwedischen Adria“, mit dem Auto zu besuchen.

Die Planung der Reise

 

Unbekanntes Land und befremdliche Gepflogenheiten – eine Reise in den hohen Norden Schwedens wirft viele Fragen auf. Eine sorgfältige Organisation umfasst die Planung einer Reiseroute und die Buchung von Unterkünften und Fähren, um die Fahrt in mehrere Etappen zu unterteilen. Dies ist vor allem für diejenigen interessant, die mit einem Hund unterwegs sind, der häufige Pausen beansprucht. Ausgangspunkt der Reise war Wismar, eine der reizvollsten Küstenstädte Mecklenburg-Vorpommerns, die sich zwischen Lübeck und Rostock erstreckt. Ich bin die rund 1.900 Kilometer lange Strecke bereits mehrmals gefahren und habe unterschiedliche Variationen ausprobiert, Schweden möglichst bequem und stressfrei zu erreichen. Eine Möglichkeit war die Anreise über Fehmarn, von wo aus die Fähren des Anbieters Scandlines halbstündig verkehrten. Die Fährüberfahrt von Puttgarden nach Rødby kostete mit einem PKW, der nicht länger als sechs Meter war, zwischen 30,00 und 40,00 Euro. Die Fahrt durch Dänemark, auf der ich die Inseln Lolland, Falster und Seeland durchquerte, war etwas beschwerlich und von vielen Staus geprägt. Dänemark und Schweden, die in Höhe der Städte Kopenhagen und Helsingør lediglich 20 Minuten voneinander entfernt waren, konnten über die Öresundbrücke und mit Fähren erreicht werden. Auch lohnte es sich, die 45-minütige Fährüberfahrt von Rostock nach Gedser zu beanspruchen, die zwischen 40,00 und 50,00 Euro kostete. Die fünf- bis siebenstündige Fährüberfahrt des Anbieters TT-Line, der täglich unzählige Passagiere und ihre Fahrzeuge von Rostock nach Trelleborg chauffierte, ist an Komfort kaum zu überbieten. 60 bis 80 Euro kostete ein Ticket, das nicht nur einen PKW, sondern auch Haustiere beinhaltete.

Von Malmö nach Piteå – ein Traum wird wahr

 

Einsame Wälder, pittoreske Städte, rauschende Flüsse und kristallklare Seen waren die bildgewaltigen Impressionen, welche die Schönheit Schwedens widerspiegelten. Rote Holzhäuschen mit stilvollen Terrassen und farbenprächtigen Gärten galten für mich als Inbegriff idealer Unterkünfte, von denen ich mich magisch angezogen fühlte. Im Süden Schwedens dominierten größere Städte, Laub- und Mischwälder und weitläufige Äcker die Landschaft. Gemächlich ging es auf der Europastraße, der E4, in Richtung Norden. IBIS-Hotels, die zur ACCOR-Gruppe gehörten, boten sich unterwegs als Zwischenstopps an, wobei die städtischen Hostels Schwedens ebenfalls punkteten. Die Unterkünfte sollten im Voraus reserviert und vor Ort bezahlt werden, um sich unnötiges Suchen zu ersparen. Wer keine Lust hat, vorab Geld zu tauschen, begleicht die Rechnung bequem per Kreditkarte. Im Süden Schwedens gab es zwei IBIS-Hotels, die zwar nicht allzu preiswert, jedoch sauber und gemütlich waren. Die Unterkünfte, die sich südlich und nördlich des Sees Vättern befanden, waren nur einen Katzensprung von Jönköping und Örebro entfernt. Eine Übernachtung kostete zwischen 60 und 90 Euro, wobei für Hunde eine Extragebühr von umgerechnet acht bis zwölf Euro erhoben wurde. Öffentliche Parkplätze und zusätzliche Stellflächen, die für ein bequemes Be- und Entladen des Wagens sorgten, lagen direkt vor der Eingangstür. Die Appartements, die mit einem Doppelbett, Flatscreen, mit Ablagen, einem Tisch, Schrank, einer Toilette und Dusche ausgestattet waren, konnten sowohl zu Fuß als auch per Fahrstuhl erreicht werden. Der hohe Preis war jedoch ungerechtfertigt, weil das Zimmer keinen größeren Bewegungsspielraum zuließ. Gegen einen Aufpreis konnten ein Buffet-Frühstück gebucht sowie Mittag- und Abendessen, Getränke und Snacks gekauft werden. Die Hotels waren zentrumsnah und naturschön gelegen, sodass ich umliegende Restaurants und Cafés binnen kürzester Zeit erreichen und ausgedehnte Spaziergänge mit meinem Hund unternehmen konnte.

Stockholm – besser umfahren

 

Die schwedische Hauptstadt Stockholm sollte nach Möglichkeit umfahren werden, um unnötige Staus und lange Wartezeiten zu umgehen. Die Küstenstraße entlang des Sees Vättern, die sich ihren Weg durch die malerische Hügellandschaft Südschwedens bahnt, ist für Genussurlauber, die eine herausragende Aussicht auf das rund 1.900 Quadratkilometer große Gewässer genießen wollen, fast schon ein Muss. Über die E18 gelangte ich in Gävle wieder auf die E4, von wo aus Sundsvall, der nächstmögliche Zwischenstopp der Reise, nur zweieinhalb Stunden entfernt war. Sundsvall, eine malerische Küstenstadt am Bootnischen Meerbusen, ist Heimat von rund 51.000 Einwohnern und eines der attraktivsten Anlaufziele für Shoppingfans und Liebhaber sehenswerter Baukunst. Besonders sehenswert war die Steinstadt, deren Bauwerke sich um den verkehrsberuhigten Marktplatz gruppierten. Die Innenstadt war bis vor einigen Jahren Standort eines IBIS-Hotels, das aus unbekannten Gründen geschlossen wurde. Als lohnenswerte Alternative galt das Sundsvall City Hotel & Hostel, das sich unweit der E4 befand. Das Hostel bot nicht nur Einzel- und Doppelzimmer, sondern auch erstaunlich preiswerte Mehrbettzimmer.

Unterkunft

 

Die Doppelzimmer kamen mit 40 und 60 Euro zwar etwas kostspieliger daher, jedoch verfügten sie über ein Badezimmer, das mit einer Dusche und Toilette ausgestattet war. Gegen einen Aufpreis von etwa sieben Euro konnte ich ein üppiges Frühstück hinzubuchen, das frischen Kaffee, Brote, Brötchen, Aufschnitt, Cornflakes, Milch und diverse Fruchtsäfte umfasste. Das City Hostel war von Restaurants, Cafés, Supermärkten und Geschäften umringt, sodass ich einen Einkaufsbummel und ein köstliches Abendessen genießen konnte. Das Ambiente des City Hostels war eher enttäuschend. Entgegen dem Werbeauftritt im Internet erweckte das Interieur einen eher rustikalen Eindruck. Waschbecken, Dusche und Toilette waren verkalkt, daneben ließen die Wände des Appartements einen Renovierungsbedarf erkennen.

Schwedens Küste

 

Am nächsten Morgen brachen die letzten 700 Kilometer nach Piteå an. Die Küste verwandelte sich in eine schroffe, majestätische Felslandschaft, deren Gipfel bis zu 300 Meter weit aufragten. „Höga Kusten“ nannte sich das UNESCO-Weltnaturerbe, das die Städte Härnösand, Kramfors und Örnsköldsvik einschloss. Nachdem ich Umeå, die letzte Großstadt der schwedischen Provinz Västerbottens län passiert hatte, war die Einsamkeit Nordschwedens spürbar. Die Luft wurde klarer und Tannenwälder, die vereinzelte Birken erkennen ließen, dominierten die Landschaft. Wenige Tankstellen, an denen man entweder mit Kreditkarte oder Geldscheinen (Sedel) bezahlen konnte, flankierten den Weg. Als beste Reisezeit gelten die Monate April und Mai, wenn üppige Schneemassen verschwunden sind und die bevorstehende Mittsommernachtssonne die sattgrünen Baumwipfel kitzelt. Piteå, eine der reizvollsten Städte am Bottnischen Meerbusen, faszinierte mit nahezu weißen, feinsandigen Traumstränden und einem lebendigen Stadtzentrum, das zum Flanieren verführte. Hölzerne Fassaden schmückten die geschmackvollen Passagen, in deren Cafés köstliches Gebäck und frische Kaffeevariationen serviert wurden. Piteås Umgebung, darunter die liebreizenden Orte Svensbyn und Roknäs, galten vor allem in der Sommerzeit, wenn die Sonne auch nachts die Landschaft erhellt, als perfekte Ausgangspunkte stundenlanger Wanderungen und Bootstouren. Die idyllischen Abendstunden ließ ich am prasselnden Lagerfeuer ausklingen und genoss den Blick auf eine der schönsten Landschaften Schwedens, die mich bis heute in den Bann gezogen hat.